Deutschunterricht: Ist Motivation ein Fremdwort?
Deutschunterricht erscheint in der Sekundarstufe, vor allem in der Hauptschule, vielen Schülern öde und langweilig. Sie beschäftigen sich mit Grammatik und Rechtschreibung, deren Übung wie Strafarbeit erscheint, lernen Aufsatzarten kennen, deren Relevanz sowohl für ihr Schülerdasein als auch für das spätere Leben sich ihnen nicht erschließt, und lesen Texte und Bücher, denen sie oftmals wenig bis kein Interesse entgegenbringen.
Für den Lehrer sieht das Bild allerdings oft nicht anders aus: Er paukt mit seiner Klasse Rechtschreibregeln, die, auch zum zigsten Mal erklärt, einfach nicht in den Köpfen der Schüler bleiben wollen, quält sich über Stunden hinweg mit der Korrektur fantasie- und stilloser Aufsätze und ist der einzige, der die Klassenlektüre wirklich verinnerlicht hat.
Und da soll es Spaß machen zu unterrichten?
In der Theorie sieht die Abhilfe eigentlich ganz einfach aus: Spielerische Übungen, Themen, die in der Alltagswelt der Schüler verankert sind, und Literatur, die den Interessen der Schüler entspricht. Wenn es so einfach auf den Punkt zu bringen ist, wieso scheitert man dann so leicht an der Umsetzung?
Schwierigkeiten bereiten fehlendes Material und größerer Vorbereitungsaufwand, oft auch mangelnde geeignete Ideen. Hier wollen wir Abhilfe schaffen und einige Tipps und Tricks verraten.
Themenfindung: Die Alltagswelt der Schüler
Sie haben keinen Plan, was Ihre Schüler interessiert? Aus den knappen Erklärungen Ihrer Schüler werden Sie nicht schlau? Die einen reden über Skateboards, aber bei Begriffen wie Ollie oder Footplants steigen Sie aus. Bei den nächsten hören Sie XBox, PS3 und Wii, doch was man damit anstellen kann, wissen Sie nicht. Und wenn die Mädchen von Miley Cyrus und Zac Efron berichten, sagt Ihnen das gar nichts mehr. Ihnen ist nur klar: Mit Ihrem Unterricht hat das alles nichts zu tun.
Oder vielleicht doch! Denn dies sind Themen, die Ihre Schüler interessieren, die folglich ideale Aufhänger für Ihren Unterricht sein können. Natürlich müssen Sie Bescheid wissen. Ideale Informationsquelle: Jugendzeitschriften. Schnelle und umfassende Informationsbeschaffung: Eben diese Zeitschriften zum Unterrichtsthema machen. Auf diese Weise bekommen Sie einen ziemlich guten Einblick in das, was Ihre Schüler interessiert.
Unterricht auf den Interessen der Schüler aufbauen
Am Beispiel der Jugendzeitschriften lassen sich einige Möglichkeiten skizzieren, wie Sie spannenden Deutschunterricht gestalten können:
- Analyse der Zeitschriften nach unterschiedlichen Textgattungen
- Verfassen von Leserbriefen
- Schreiben von Kolumnen
- Verfassen von Personenbeschreibungen zu Stars
- Erarbeiten von Zeitschriftenartikeln zu unterschiedlichen Themen (Sport, Unterhaltung, Reise, Gesundheit, ...)
- Erörterung z.B. auf Basis von Kummerkastenbriefen an Zeitschriften
- Verfassen von Beiträgen für die Bücherempfehlungsecke
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, die Schülerinteressen in den Unterricht zu integrieren. Vorgangsbeschreibungen und Anleitungen müssen nicht über Kaffeemaschine und Kopierer verfasst werden. Warum nicht einmal Regeln im Sport verschriftlichen, Anleitungen für Vorgänge am Computer verfassen und Vorgehensweisen zum richtigen Schminken niederschreiben lassen? Wahrscheinlich werden Ihre Schüler Sie dabei plötzlich auch mit erstaunlichem Fachvokabular und dessen Erklärung überraschen.
Probieren Sie es doch einfach einmal aus.
Bekannte Jugendzeitschriften
Es gibt eine große Bandbreite an verschiedenen Jugendzeitschriften, die unterschiedliche Schwerpunkte (Sport, Musik, Stars, ...) setzen. Hier eine kleine Auswahl:
