Mathematik steht erwiesenermaßen bei vielen Schülern auf Platz eins im Ranking der unbeliebtesten Schulfächer. Mathematik wird als trocken und oft unverständlich angesehen, und selten sehen Schüler Möglichkeiten oder Notwendigkeiten, ihr mathematisches Wissen im Alltag einzusetzen. Daran sollte etwas geändert werden!
Beispiel 1: Rechnen mit Geld
Jeder Grundschullehrer weiß, dass man, um den Schülern das Rechnen mit Geld praktisch zu vermitteln, mit ihnen am besten einmal einkaufen geht. Dann wird aus trockenen Sachrechenaufgaben ganz alltägliche Realität. Das Gute liegt auch oft recht nahe, wenn man mit der Schulklasse den Hausmeister beim Pausenverkauf aufsucht. Aber wo kann man darüber hinaus alltägliche Rechenpraxis in den Mathematikunterricht bringen?
Planen Sie beispielsweise mit Ihren Schülern einen Kuchenverkauf beim nächsten Tag der offenen Tür. Die Schüler sollen wirtschaftlich arbeiten, also an der Herstellung und dem Verkauf der Ware auch verdienen. Stellen Sie ein angemessenes Budget zur Verfügung. Dies ist der Einsatz, der auf jeden Fall wieder erwirtschaftet werden muss. Dann sind die Schüler gefragt:
- Sie sollen schätzen, wie viele Besucher zum Tag der offenen Tür kommen und wie viele Kuchenstücke verkauft werden können.
- Dann werden Rezepte gesucht, die auch Schüler selbst gut zubereiten können. Es muss berechnet werden, wie viele Kuchen notwendig sind, um den Bedarf zu decken. Hier ist durchaus schon ein Einblick in einfaches Bruchrechnen möglich.
- Danach geht es darum, Zutaten zu kaufen. Es muss berechnet werden, welche Mengen gebraucht werden und ob das Budget für den geplanten Einkauf ausreicht - typisches Rechnen mit Einheiten.
- Dies kommt auch beim Backen der Kuchen zum Tragen, wo die Schüler beim Abwiegen der Zutaten eventuell Einheiten umrechnen müssen.
- Schließlich gilt es einen Preis für die Kuchenstücke zu bestimmen, so dass das Ausgangsbudget und möglichst auch ein Gewinn erzielt werden. Hier sind alle Grundrechenarten gefragt.
Beispiel 2: Vermessungsrallye
Lassen Sie Gruppen von 3 bis 4 Schülern bilden. Jede Gruppe bekommt einen Laufzettel mit verschiedenen Aufgaben. Diese beziehen sich immer darauf, Teile des Schulhauses oder darin befindliches Mobiliar und andere Gegenstände zu vermessen. Als Hilfsmittel dürfen neben Block und Stift nur normale 30 cm-Lineale verwendet werden. So müssen die Schüler bei großen Gegenständen nicht nur messen, sondern sich auch mit mehreren Linealen behelfen und Längen addieren. Lösungen sollten grundsätzlich in m und cm oder als Kommawert angegeben werden. So wird zusätzlich das Umrechnen der Maßeinheiten trainiert. Machen Sie Ihren Schülern dabei deutlich, dass es nicht nur um Tempo, sondern auch um Genauigkeit geht. Geben Sie einen festen Zeitrahmen vor. Für jedes in diesem Zeitraum erzielte Ergebnis gibt es Punkte, für Falschmessungen Punktabzug. Bonuspunkte können für besonders genaue Angaben (z.B. mit Millimeterangaben) oder für besonders leises Arbeiten verteilt werden. So verhindern Sie einen zu großen Lärmpegel im Schulhaus.
Link-Tipps
- http://www.jahr-der-mathematik.de
- http://www.zal-das-mathespiel.de
- http://www.du-kannst-mathe.dehttp://kreativ.math.uni-bremen.de
- http://www.brefeld.homepage.t-online.de
- http://www.stauff.de
