Mit den Schülern an den PC? Für viele Lehrer ist das ein kompliziertes Thema, um nicht zu sagen ein zweischneidiges Schwert. Allerdings fordern die Lehrpläne, dass die Schüler Erfahrungen im Umgang mit dem Computer sammeln, was für unsere heutige Informationsgesellschaft auch ganz unabdingbar ist.
Mt Grundschulkindern am Computer zu arbeiten wird oft schon durch äußere Bedingungen erschwert. Nicht jede Grundschule verfügt über einen Computerraum, oft darf man sich glücklich schätzen, wenn in ein oder zwei Klassenräumen ein PC vorhanden ist. Sollte die Ausstattung Ihres Klassenzimmers in dieser Hinsicht zu wünschen übrig lassen, muss das nicht unbedingt die Neuanschaffung eines Computers bedeuten.
Oftmals kann man von Schülereltern einen gebrauchten PC ergattern, der sowieso ausrangiert werden würde. In der Grundschule ist es nicht notwendig, die neueste Computertechnik zu besitzen. Es kommt lediglich darauf an, was man aus dem, was man hat, macht. So ist eine der wengen Grundvoraussetzungen ein Textverarbeitungsprogramm - und auch da muss es nicht unbedingt Microsoft Office sein. Zu empfehlen ist beispielsweise Open Office, ein Open Source System, das Sie kostenlos im Internet downloaden können.
Doch einmal angenommen, sowohl Computer als auch Programm sind vorhanden: Wie soll man mit 25-30 Schülern an einem Computer arbeiten? Ganz einfach: Grüppchenweise. Integrieren Sie die Arbeit am Computer in die Freiarbeitsphasen oder in die Stationenarbeit. Mit den entsprechenden Arbeitsblättern können sich die Schüler die ersten Schritte auch alleine erarbeiten. Außerdem gibt es in fast jeder Klasse ein paar Kinder, die schon längst mit dem Computer vertraut sind. Ernennen Sie diese zu Tutoren für die anderen Schüler.
Worauf kommt es nun an? In erster Linie sollen die Schüler, die zuhause keine Möglichkeit haben, mit einem Computer zu arbeten, ihre Scheu davor verlieren und die wichtigsten Grundlagen kennen lernen. Dazu gehört der Umgang mit Maus und Tastatur, was unter anderem auch die Feinmotorik schult. Hilfreich sein kann das Schreiben am Computer u.a. beim Aufsatzunterricht. Schüler, die sonst zu eher kurzen Geschichten neigen, können durch den Computer zu wahren Glanzleistungen motiviert werden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Fehler leicht ausgebessert werden können und das oft ungebliebte eigene Schriftbild durch eine schöne Computerschrift ersetzt werden kann. Aber auch Diktatübungen können problemlos mit der Arbeit am Computer verknüpft werden.
Sekundarstufenschulen haben oft den Vorteil, dass richtige Computerräume zur Verfügung stehen. Hier geben sich Lehrer manchmal nicht gern die Blöße, dass ihre Schüler mehr wissen als sie selbst. Lassen Sie dies nicht zum Hindernis sondern zum Vorteil werden. Schüler, die schon selbst Erfahrung mit der Arbeit am Computer haben, können Sie im Unterricht unterstützen. Das Tutorensystem funktioniert auch hier wunderbar. Und eventuell lassen sich auf diese Weise auch Schüler gut integrieren, die vieleicht sonst in der Klasse eher eine Außenseiterrolle innehaben.
Verbinden Sie in der Sekundarstufe die Arbeit am Computer im günstigsten Fall mit anderen Fächern. Die Schüler sollen den Computer nicht als Selbstzweck erfahren, sondern als Hilfsmittel, das sie in der Arbeit für andere Fächer unterstützt. Referate und Präsentationen für jedes beliebige Fach können mit dem Computer erstellt werden. Im Projektunterricht dient der Zugang zum Internet als Informationsquelle. Natürlich müssen die Schüler an dieser Stelle auch lernen, differenzierend mit Informationen aus dem Netz umzugehen. Informationsquellen müssen auf Glaubwürdigkeit untersucht und eingeschätzt werden.
Im Fremdsprachenunterricht können E-Mail-Freundschaften oder die Beteiligung an fremdsprachigen Communities und Live Journals auch schwächere Schüler zu besseren Leistungen anspornen. Außerdem wird dadurch der aktive Wortschatz der Schüler erweitert und auf den wirklichen Gebrauchswortschatz, der oft nicht genug Eingang in die Schulbücher findet, ausgedehnt.
